©Mango

Alles so schön neu?

30. Juli 2017

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"Believe in yourself! Have faith in your abilities! Without a humble but reasonable confidence in your own powers you cannot be successful or happy." - Norman Vincent Peale

Alles hat ein Anfang und ein Ende. Manchmal sehnt man sich das Ende bei. So wie ich mit der Schule. Und jetzt ist irgendwie alles vorbei. Natürlich fühlt es sich gut an und niemals wollte ich etwas anderes als das. Die Welt steht jetzt für mich offen, aber genau jetzt fühle ich mich oft allein gelassen. Von der Welt die stetig an Möglichkeiten wächst.Was will ich machen? Wer bin ich? Der ganze Alltag und dein Leben war bis zu dieser Zeit von der Schule bestimmt. Bis jetzt. Jetzt sollst du sofort deinen Weg finden, den du dein ganzes Leben lang gehst und auf dem du selbstbewusst stehst. Diese Entscheidung ist mir überhaupt nicht leicht gefallen. Und ich wusste, dass ich ein Jahr Auszeit brauche. Trotzdem wollte ich in diesem Jahr nicht untätig sein, denn in meinem Kopf spukte immer diese eine Frage. Ich wusste, dass ich meinen kleinen Wunsch, der sich in meinem Gedächtnis eingeschlichen hatte, nachgehen muss. Also schrieb ich Bewerbungen für ein Praktikum, um vielleicht genau diesen Wunsch einmal zum Beruf zu machen. Nebenbei habe ich die letzte Zeit im Einzelhandel gearbeitet, denn ich möchte in diesem Jahr trotzdem viel erleben und meine Sucht nach neuen Beauty und Fashion Produkten weiterhin aufleben lassen. Schon in dieser Zeit habe ich viele kleine neue Dinge gelernt. Ich habe versucht andere Leute besser zu verstehen und sich in sie hineinzufühlen, auch wenn sie nicht immer freundlich zu mir waren. Und ich habe gelernt durch sie hindurch zu gucken und sie zu akzeptieren, an ihren Schwächen zu wachsen. Meine ersten drei Monate nach dem Abitur waren wirklich entspannend und ich fing an, den Job im Einzelhandel zu mögen. Mit viel Leichtigkeit ging ich an bestimmte Probleme ran. Doch an dieser Stelle nimmt es vorläufig ein Ende, denn ich habe glücklicherweise einen Praktikumsplatz bekommen. Der Wunsch, diesen Beruf kennenzulernen, der mir seit einigen Monaten durch den Kopf schwirrt, wurde wahr und ich freue mich unheimlich. Denn bevor ich den Fehler mache und ich mich in eine Ausbildung oder ein Studium stürze, möchte ich mir sicher sein. Das ist ein persönliches Ding von mir und eine kleine Schwäche: ständige Sicherheit. Denn irgendwie muss ich mir nach diesem Jahr eine endgültige Entscheidung treffen. Der Druck steigt. Vielleicht mach ich mir selber den größten, eine weitere kleine Schwäche. Also geht es los, in der nächsten Woche: Ich breche nicht nur in eine neue Welt im Berufsleben auf, sondern werde drei Monate in eine neue Stadt gehen. Und da rast mein Herz schon ein wenig oder doch mehr? Denn vor allem ICH bin ein Gewohnheitstier und benötige Sicherheit und Rückhalt. Das erste Mal so richtig alleine. Und genau das macht mir Angst. Alleine den ganzen Alltag bewältigen. Alleine eine eigene Wohnung haben und eine neue Stadt kennenlernen. All das sind Dinge, die ich bisher nicht kannte. Eine Aufgabe, auf die ich mich unglaublich freue und an der ich wachsen werde. Aber vielleicht erst einmal scheitern. Es ist aufregend und spannend, aber es braut sich auch ein mulmiges Gefühl in mir auf. Denn ich kann mich nicht darauf vorbereiten und muss es auf mich zukommen lassen. Dabei bin ich doch diejenige, die alles unter Kontrolle haben muss. Es ist perfekt, um mich und meine Persönlichkeit in eine andere Richtung zu lenken, um neues und vor allem das „auf sich zukommen lassen“ lernen.

Die letzten Tage vor dem Verlassen des gemütlichen Nestes waren wirklich stressig. Ich musste all meine Gedanken zusammen nehmen und überlegen, was ich wie wann mache. Packen war angesagt und diesmal ein bisschen mehr als nur für einen Urlaub. Mein Zimmer ist mittlerweile ein einziges Chaos und neben dem Schreiben am Blogpost schaue ich verzweifelt herum. In letzter Zeit habe ich wenig geschlafen. Ich merke, dass ich müde bin. Müde vom Überlegen, Gedanken machen und zu wenig Schlaf. Doch durch das wenige Aufatmen, nehme ich mir die Zeit mir überhaupt Gedanken zu machen. Alles hat gute und schlechte Seiten. Und bevor ich überhaupt dazu komme, sitze ich schon in der noch so fremden Wohnung mit meinem Koffer und bin drin. Drin in einer neuen Welt, die sich schon bald als gewohnte herausstellen wird. Ich freue mich auf die Herausforderung und vielleicht geht mein Wunsch nach diesem Beruf in Erfüllung und ich erlebe alles als neues Glück…

Erst vor Kurzem habe ich mich mit einer guten Freundin getroffen. Es war nicht nur ein Treffen sonder auch ein Abschied. Denn wir haben uns beide dazu entschieden, erst einmal die Welt ein wenig zu erkunden und zu wachsen. Erst bei solch langen Gesprächen merkt man, dass die Zeit gut war, die man zusammen hatte und wir uns auf eine Art vermissen werden. Umso mehr freue ich mich auf das Wiedersehen und die Stunden, in denen wir über unsere Erlebnisse erzählen werden…

All Pictures: Mango